Wir glauben an Material. Echtes, ehrliches, gealtertes Material. Das ist die kürzeste Antwort auf die Frage, warum unsere Apartments und unsere Maison-LAROGY-Projekte aussehen, wie sie aussehen.
Es gibt heute so viele Möglichkeiten, einen Raum schnell „gut" aussehen zu lassen. MDF-Tische mit Furnier-Optik. Tapeten, die wie Backstein aussehen. Vinylböden, die wie Eichenparkett aussehen. Putze, die wie Kalk aussehen. Wir nutzen davon nichts. Nicht aus Snobismus sondern weil wir nach zehn Jahren gemerkt haben. Das Auge erkennt den Unterschied. Auch wenn der Kopf ihn nicht benennen kann.
Was bei uns immer drin ist
Echtes Holz. Eiche, geölt, gewachst. Manchmal Nuss, manchmal Esche, gelegentlich Buche. Kein Furnier. Wenn eine Tischplatte 80 Jahre alt ist und sechs Generationen von Familien überlebt hat, ist das ein Beweis, kein Mangel. Wenn jemand fragt, ob wir den Tisch „abschleifen" sollen, nein.
Kalkputz. Atmet. Nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Sieht über die Jahre besser aus, nicht schlechter. Macht das Raumklima messbar gesünder als Acryl- oder Latexfarben. Lässt sich nicht „touchen" wie Latex aber das ist genau der Punkt.
Leinen. An Vorhängen, Bettwäsche, Küchentüchern. Leinen knittert. Leinen ist nicht „pflegeleicht". Leinen ist aber das einzige Textil, das nach zehn Jahren noch besser aussieht als am ersten Tag.
Wolle. Auf Sesseln, Sofas, Teppichen. Wolle ist temperaturregulierend, langlebig, repariert sich teilweise selbst. Wolle hat ein Gewicht, das man spürt, wenn man auf einen Sessel sinkt.
Messing. An Lampen, Türklinken, Schrankgriffen. Messing läuft an. Manche Kunden bitten uns, es „neu zu polieren", wir sagen freundlich nein. Eine angelaufene Messing-Türklinke erzählt eine Geschichte, eine spiegelglänzende erzählt nichts.
Keramik. Auf Tischen, in Küchen, im Bad. Idealerweise von kleinen Wiener Werkstätten, wir kennen ein paar, deren Arbeiten wir lieben und regelmäßig kaufen.
Lichtschalter aus Bakelit. Diejenigen, die noch „klacken". Die Sie nicht in jedem Baumarkt finden. Diejenigen, die seit 1955 funktionieren und auch noch 2055 funktionieren werden.
Patina ist Zeit, die man in einem Raum sehen kann. Sie ist das Gegenteil von Wegwerf.
Was bei uns nicht reinkommt
Möbel aus Pressspan mit Folien-Beschichtung. Türen, die innen hohl sind. Plastik-Steckdosen in einer Wand mit Stuck. Glasplatten als Schreibtisch. LED-Streifen unter dem Bett. Vorhang-Stoffe, die nach Polyester glänzen. Posterdrucke von Mid-Century-Stillleben. Kaffeemaschinen, die rauschen wie ein Föhn.
Das klingt vielleicht extrem. Aber wenn man einmal in einem Raum gewohnt hat, in dem alles eine Geschichte hat, ist der Rückweg schwer.
Warum das auch ökonomisch Sinn macht
Echte Materialien sind teurer in der Anschaffung. Aber sie altern besser. Eine Velvet-Sofakante, die nach drei Jahren leicht abgewetzt ist, sieht nach weiteren zehn Jahren immer noch besser aus als ein Kunstleder-Sofa nach zwei Jahren. Ein geölter Eichenboden lebt 50 Jahre, ein Vinyl-Boden zehn. Ein Vorhang aus Leinen lebt 20 Jahre, ein Polyester-Vorhang fünf.
Wenn man die Lebenskosten rechnet, kommt das Material in Würde oft günstiger raus als das billige Möbel im Sechs-Jahres-Zyklus.
Wo wir die Stücke finden
Wiener Auktionshäuser (Dorotheum, Glanz & Gloria, Aspena). Vintage-Händler in der Josefstadt und in Mariahilf. Brockenhäuser am Karmelitermarkt. Gelegentlich Auktionen in Berlin, Brüssel, Mailand. Direkt bei Restauratoren, die alte Stücke wiederaufbereiten. Manchmal über Annoncen in lokalen Zeitungen, die besten Stücke kommen aus Wohnungs-Auflösungen.
Das ist Arbeit. Es ist langsamer als ein Möbelkatalog. Aber es macht den Unterschied zwischen einem Apartment, das wie aus dem Möbelhaus aussieht, und einem Apartment, das man wiedererkennt, wenn man es zum zweiten Mal sieht.
Für Maison-LAROGY-Projekte
Wenn wir private Räume entwerfen, bringen wir diese Materialphilosophie mit. Das heißt. Wir lassen uns Zeit für das Sourcing. Wir machen keine Komplett-Pakete in zwei Wochen. Wir kommen mit konkreten Vorschlägen und wir können erklären, warum dieses eine Stück.
Wenn dich das interessiert, sag Bescheid. Wir kommen vorbei und sehen uns deinen Raum an.