Architekt:innen, die für ein Projekt nach Wien kommen, brauchen kein Hotelzimmer. Sie brauchen einen Raum, der gleichzeitig Atelier, Schlafzimmer und Wohnzimmer ist. Was das im Detail bedeutet und welche unserer Apartments wir dafür immer wieder empfehlen.
Wir hosten jedes Jahr eine Handvoll Architekt:innen, manchmal für drei Monate, manchmal für ein ganzes Wettbewerbsjahr. Sie kommen wegen Projekten in Wien, Sanierung eines Altbaus, ein Wettbewerb für die Stadt, eine Kooperation mit einem lokalen Büro. Sie bringen Laptop, Pläne, Materialproben, ein Stativ, einen Skizzenblock. Sie bleiben lange.
Wir haben über die Jahre gelernt, was diese Gäste brauchen und was sie ärgert. Es ist eine sehr spezifische Liste, und sie unterscheidet sich deutlich von dem, was Tourist:innen oder Erasmus-Studierende brauchen.
Tageslicht-Qualität, nicht Tageslicht-Quantität
Es geht nicht um „großes Fenster". Es geht um „Nordlicht oder Ostlicht", um gleichmäßige Helligkeit ohne harten Schlagschatten, um eine Fensterfront, die nicht ständig die eigene Hand auf dem Modell überdeckt.
Architekt:innen brauchen Licht, mit dem man Material und Farbe beurteilen kann. Direktes Mittagssonnenlicht ist dafür schlecht. Ein Nordhof-Fenster mit gleichmäßiger Streustrahlung ist dafür ideal. Unsere Top 13 „Atrium" am Volkertplatz hat genau diese Lichtsituation, sie ist nicht das hellste Apartment, aber das mit dem ausgewogensten Licht.
Tisch-Größe ist nicht verhandelbar
Ein Architekt:innen-Apartment braucht einen Tisch, der mindestens 1,80 Meter lang ist. Besser zwei Meter. Auf diesem Tisch liegen Pläne im Format A1, daneben ein Laptop, daneben drei Stiftrollen, daneben ein Skizzenblock, daneben Kaffee. Es ist ein Arbeitsplatz, nicht ein Esstisch mit Laptop.
Wir achten darum bei jedem Apartment darauf, dass entweder der Esstisch groß genug ist (Top 7 Salon. Zwei Meter Eichenholz) oder ein zusätzlicher Arbeitstisch existiert. In Top 13 Atrium steht ein massiver, schwerer Architektentisch, er ist eines der ältesten Stücke im Haus, restauriert in einer Tischlerei in Floridsdorf.
Ein Tisch, der zu klein ist für die Pläne, zwingt zur Geste des Wegräumens. Wer wegräumt, denkt nicht weiter.
Akustik, der unterschätzte Faktor
Wer schon einmal eine ganze Woche in einem leer gehallten Loft gearbeitet hat, weiß, was Akustik ausmacht. Ein Raum mit harten Wänden, Glas, Beton hallt. Telefonate werden anstrengend. Konzentration zerfasert. Nach zwei Tagen ist man müde, ohne genau zu wissen, warum.
Unsere Apartments sind alle akustisch gedämpft, Vorhänge aus dichtem Leinen, Teppiche aus Wolle, Polstermöbel, Bücher in offenen Regalen. Das ist kein Designentscheid allein, das ist auch Ergonomie. Ein Raum, in dem man drei Stunden lang telefoniert, muss schluckend funktionieren.
Lager für Pläne, Modelle, Materialproben
Architekt:innen brauchen Stauraum, der nicht ein Kleiderschrank ist. Eine flache Schublade für A2-Drucke. Eine Regalebene tief genug für Karton-Modelle. Eine Ecke, wo Materialproben, Stein, Holz, Beton, Stoffe, liegen können, ohne dass sie nach drei Tagen weggeräumt werden müssen.
Das klingt banal, aber die meisten Apartments scheitern daran. Unsere Top 13 Atrium hat einen alten Apothekerschrank mit dreißig flachen Schubladen, ursprünglich für Pulver, heute für Pläne und Materialproben perfekt. Das war einer der besten Käufe der letzten fünf Jahre.
Eine separate Ecke zum Hinlegen
Wer in einem Raum arbeitet, in dem er auch schläft, braucht eine räumliche Trennung. Nicht zwingend zwei Zimmer aber zumindest eine Zone für Arbeit und eine für Erholung. Ein Sofa, das tatsächlich zum Lesen einlädt. Ein Sessel am Fenster. Ein Bett, das nicht im selben Lichtkegel steht wie der Schreibtisch.
Sonst passiert, was viele unserer Architekt:innen-Gäste vom Vorprojekt berichten. Man arbeitet bis halb elf, legt sich ins Bett, und sieht vom Bett aus die ungelösten Probleme auf dem Tisch. Schlaf wird unmöglich.
Atelier am Volkertplatz, für Projekte, die mehr brauchen
Wer für ein längeres Projekt nach Wien kommt und mehr als ein Apartment braucht, Modellbau, Materialarchiv, Kund:innen-Termine, kann bei uns auch eine Atelier-Gewerbefläche am Volkertplatz nutzen. 65 m², Erdgeschoss, eigene Eingangstür von der Straße, hohe Decken, Industrie-Steckdosen, Plattentisch.
Wir vermieten die Fläche monatsweise, oft an Architekt:innen oder Designer:innen, die parallel in einem unserer Apartments wohnen. Mehr dazu in der Atelier-Galerie oder direkt über die Anfrage.
Für eigene Räume. Maison LAROGY
Manche unserer Gäste bleiben hängen, beruflich oder privat. Sie kaufen eine Altbau-Wohnung in Wien, oft im 2. oder 7. Bezirk, und stehen vor der Aufgabe, sie einzurichten. Für genau diese Aufgabe haben wir 2026 Maison LAROGY gegründet, unseren Interior-Service für private Auftraggeber:innen.
Die Logik ist dieselbe wie für unsere Apartments. Vintage, Patina, gefundene Stücke, lokale Restauratoren. Nur eben für deine Wohnung statt für unsere. Wer monatelang in einem unserer Räume gewohnt hat und sich denkt „ich will so wohnen", findet bei Maison einen Weg dahin.
Was am Ende zählt
Ein Apartment für Architekt:innen ist kein Hotelzimmer mit Schreibtisch. Es ist ein Raum, in dem konzentriert gearbeitet werden kann, ohne dass das Wohnen darunter leidet. Es ist ein Raum, in dem man am Sonntagvormittag im Hemd am Plan sitzt, und am Sonntagnachmittag im selben Raum mit einer Freundin Kaffee trinkt.
Das geht nur, wenn der Raum von Anfang an für beides gedacht ist. Wir bauen für genau diese Doppelfunktion. Weil wir selbst so leben.