Ein LAROGY-Apartment entsteht nicht in einem Möbelhaus. Es entsteht in Auktionssälen, in Restaurator:innen-Werkstätten, in Lagern unter Wiener Innenhöfen. Jedes Stück hat eine Geschichte und genau das ist der Punkt.

Wer zum ersten Mal eine unserer Wohnungen betritt, sagt häufig dasselbe. „Das fühlt sich nicht wie eine Mietwohnung an." Das ist kein Zufall. Wir bauen keine Apartments. Wir setzen Räume zusammen, in denen schon jemand gelebt hat, bevor wir es waren. Und in denen nach uns wieder jemand leben wird.

Vintage Interior heißt für uns nicht. Ein Mid-Century-Sessel pro Wohnung als Statement. Es heißt. Jedes Stück ist gefunden, oft restauriert, manchmal neu bezogen, immer einzeln entschieden. Es gibt bei uns nichts, das in zehn anderen Apartments steht. Es gibt auch nichts, das vor zwei Jahren noch nicht existiert hat.

Woher die Stücke kommen

Wir kaufen in Wien. Das ist eine Stadt, in der man noch Glück haben kann. Beim Dorotheum, bei kleineren Auktionshäusern in der Westbahnstraße, auf Flohmärkten am Naschmarkt, bei Antiquariaten in der Josefstadt. Manchmal beim Räumungsverkauf einer Altbauwohnung in der Leopoldstadt, deren letzte Bewohnerin gerade ins Heim gezogen ist.

Das ist kein Designkonzept, das ist eine Praxis. Wir gehen einmal pro Woche schauen. Wir wissen, wo welcher Händler gerade was hat. Wir kennen drei Restaurator:innen, die für uns neue Sitzflächen flechten, Furniere ergänzen, Messingbeschläge polieren. Eine davon arbeitet seit dreißig Jahren in einer Werkstatt in der Brigittenau, und sie ist der Grund, warum unsere Sofas länger halten als manche Mietverhältnisse.

Wir kaufen auch in Frankreich, ein paar Mal im Jahr. Brocantes in der Normandie, Marché Paul Bert in Paris. Aber das meiste bleibt lokal, weil es Sinn ergibt, weil die Wege kurz sind, und weil ein Wiener Sekretär aus 1910 in einem Wiener Altbau einfach besser sitzt als irgendwo sonst.

Patina ist kein Mangel

Wir bekommen manchmal Anrufe von Gästen, die eine kleine Macke an einer Tischkante entdecken. Wir erklären dann, was Patina ist. Und wir erklären, warum wir sie behalten.

Ein Tisch, der 80 Jahre alt ist, hat Spuren. Ein Spiegel, der drei Schlafzimmer gesehen hat, hat einen kleinen Fleck im Silber. Ein Parkett aus 1898 hat eine Stelle, wo der Klavierfuß stand. Wir glätten das nicht weg. Wir polieren es, wir pflegen es, wir lassen es leben.

Eine Wohnung ohne Patina ist eine Wohnung ohne Vergangenheit. Und wer nur einen Monat bleibt, will keine Vergangenheit erfinden, er will Anschluss finden.

Das ist auch eine Haltung gegen die Wegwerf-Logik der Möbelhausketten. Wir kaufen nichts, was wir in fünf Jahren entsorgen. Wir kaufen Stücke, die schon hundert Jahre überlebt haben und entsprechend gut konstruiert sind, dass sie weitere hundert überleben.

Materialien, die wir wirklich verwenden

Vier Materialien tragen unsere Räume. Holz, Kalkputz, Leinen, Messing. Alles andere ordnet sich darum an.

Holz. Eiche fürs Parkett, Nussbaum für Schränke, Kirsche für Stühle. Massive Stücke, oft mit sichtbarer Maserung. Geöltes oder gewachstes Finish, nie versiegelt, nie hochglänzend. Holz darf riechen, darf sich verfärben, darf auf eine Tasse reagieren, die zu heiß abgestellt wurde.

Kalkputz. Statt weißer Dispersionsfarbe verwenden wir auf den meisten Wänden mineralische Putze und Kalkfarben. Sie nehmen Luftfeuchtigkeit auf, sie atmen, sie haben eine Tiefe, die keine Farbe aus dem Eimer schafft. In den Volkertplatz-Apartments sieht man das besonders in den ockerfarbenen Wänden des Salon-Studios.

Leinen. Vorhänge, Tagesdecken, Polster. Belgisches Leinen, ungebleicht oder in gedeckten Tönen. Es knittert. Es muss knittern. Ein gebügelter Vorhang sieht aus wie aus dem Hotelkatalog. Ein leicht zerknitterter Vorhang sieht aus wie ein Sonntagmorgen.

Messing. Türgriffe, Lampenfassungen, Garderobenhaken. Unlackiert, damit es altern kann. Nach zwei Jahren ist es nicht mehr golden, sondern bronzefarben. Das ist gewollt.

Warum das für 30+ Tage zählt

Wer eine Nacht in einem Hotel verbringt, kann mit jedem Interior leben. Wer zwei Monate in einer Wohnung wohnt, merkt jedes Detail. Eine Lampe, die zu kalt leuchtet, wird zur Zumutung. Ein Stuhl, der nicht zum Tisch passt, wird zum Ärgernis. Ein Bett, das knarzt, wird zum Schlafproblem.

Genau deshalb betreiben wir den Aufwand. Wir wissen, dass unsere Gäste in den Räumen leben, nicht schlafen. Sie kochen, sie arbeiten, sie laden ein, sie streiten, sie versöhnen sich. Sie brauchen Räume, die das aushalten und idealerweise. Die das schöner machen.

Für eigene Räume. Maison LAROGY

Aus dieser Praxis ist im Frühling 2026 ein neues Angebot entstanden. Maison LAROGY, unser Interior-Service für private Auftraggeber:innen. Wer eine eigene Wohnung in Wien hat, gekauft, geerbt, frisch sanierungsbedürftig und sie in unserer Handschrift einrichten möchte, kann uns engagieren.

Wir machen das in derselben Weise wie für unsere eigenen Häuser. Wir suchen, wir restaurieren, wir setzen zusammen. Keine Stilrichtungen aus dem Katalog, keine generischen Pakete. Mehr dazu auf der Maison-Seite.

Was wir niemals kaufen

Es gibt eine kurze Liste an Dingen, die in einem LAROGY-Apartment nicht vorkommen. Sofas aus Schaumstoff mit Polyesterbezug. Couchtische aus MDF mit Folierung. Pendelleuchten aus dem Großbaumarkt. Kunstdrucke von berühmten Bildern in dünnen Aluminiumrahmen. Künstliche Pflanzen. Bettwäsche aus Mikrofaser. Glaskaraffen mit Logos.

Das ist keine Snobistik. Das ist Erfahrung. Diese Dinge halten zwei Jahre. Sie altern hässlich. Sie fühlen sich falsch an, sobald man sie länger als drei Tage benutzt. Und sie machen einen Raum austauschbar, also genau das Gegenteil von dem, was wir wollen.

Unser Anspruch ist einfach. Jedes Apartment soll sich anfühlen, als hätte es schon vor uns gelebt. Und nach uns weitergeben sollen es Gäste, die es nicht vergessen.

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